H E L G O L A N D 2020

Die schwierigen Bedingungen, die das Jahr bislang mit sich geführt hat, nahmen auch vor Helgoland nicht Halt.

Eine Woche vor unserer Ankunft wurde den Bremerhavenern ihre  Stegplatzreservierung im Nord-Osthafen storniert. Die wenigen freien Plätze wurden nur noch tageweise, nach dem Motto „wer zuerst kommt…“ vergeben. Es kam noch schlimmer – nachdem der OC6 am Südstrand vom Trailer gewuchtet und zusammengebaut war, verweigerte der Hafenmeister generell einen Stegplatz, da diese nur für Segel- & Motorboote vergeben würden – lange Gesichter – was nun????

Wenigstens durften wir den Trailer, zur Lagerung der OC1 & OC2, noch auf dem Hafengelände stationieren. Nun war kluger Rat teuer. Niemand fühlte sich richtig zuständig oder verstand das Liegeverbot nicht. Stunden später erlangten wir dann die Erlaubnis den OC6 am Rande des Südstrandes während unseres Aufenthaltes lagern zu dürfen. Keine Ideallösung, da der Strand auch recht steinig und ein OC6 mit seinen gut 150 Kg und 12  Metern Länge auch nicht leicht zu händeln ist. Was soll´s – knapp € 100,- Liegeplatz- gebühr gespart.

Und dann war da noch die Verbindungstür zwischen den beiden Ferienwohnungen. In all den Jahren die wir nun schon das wunderschöne Domizil direkt an der Falmkante (so nennt man die steile Abbruchkante zwischen Ober- & Unterland) für unser Trainingslager nutzen, stand die Tür offen – aber nicht in diesem Jahr – und nicht Corona hatte Schuld, nein dadurch sollte vermieden werden, dass das Geschirr und Besteck der Wohnungen durcheinander gebracht wird. Da wir aber sowieso nur draußen gegessen und getrunken haben machte diese Maßnahme für uns keinen Sinn und nachdem wir es am 2ten Tag leid waren Milch, Salzstreuer und anderes über den Balkon hin und her zu reichen, haben wir (Danke an den Ortsansässigen Paddel-Peter) mit einer Rohrzange die ganze Tür demontiert – und am letzten Tag auch wieder ordnungsgemäß eingesetzt – und das Geschirr durchsortiert!!!

ABER DAS PADDELN WAR KLASSE

Sonne satt Temperaturen toppWind schlappWelle auch

6 Tage optimales Paddeltourenwetter! Anders als sonst konnte man jeden Tag alles paddeln – links um die Düne, rechts um die Düne, raus zur Untiefentonne „DÜNE-SÜD“, Lange Anna, die Heulboje (ja, die gibt´s wirklich) zum Eisessen nach Amrum – nee, so weit dann doch nicht. Aber zum „Witt Kliff“, die Sonnenbank der Kegelrobben bei Ebbe.

Ja genau, Robben und Seehunde – unsere ständigen Begleiter auf den Ausflügen. Neugierig kommen die größten Raubtiere Deutschlands bis auf wenige Meter zu unseren Auslegerbooten wenn wir eine Pause einlegen oder begleiten uns noch hunderte Meter auf der Westseite, wo tausende Möwen und Bastölpel ihre Jungen groß ziehen und mit ihrem Stimmengewirr ein Dauerkonzert liefern oder im Aufwind der Steilküste mit ihren Flugkünsten begeistern.

Gestört bei diesen Naturerlebnissen wird man dabei höchstens von Börteboot-Touren durch die höchste Schutzzone der Insel.                                   „Ihr macht euch grade strafbar“, raunzt uns ein Börteboot-Kapitän böse an. „Ein Befahren der Schutzzone ist für ALLE Fahrzeuge strengstens verboten! Ich melde euch der Polizei wenn ihr nicht sofort verschwindet!“, schalt´s uns von dem großen Kutter entgegen, bevor er den Gashebel wieder auf´s Pult drückt und in einer schwarzen Dieselwolke verschwindet.

FAZIT – es war wieder einmal eine tolle Zeit auf Helgoland. Die Insel, die See und das Wetter haben uns eine weitere Variante der Nordsee eröffnet. Und natürlich das Team – 14 Leute – 6 Tage – viel Spaß – kein Stress – paddeln, paddeln, paddeln.

Mein Dank an die OC- Mannschaft des Kanu Verein Unterweser aus Bremerhaven – Helgoland – immer wieder – es lohnt sich!