Kanusport im Winter

Winter-Cup in Herdecke

Es gibt genug verrückte Paddler – ich war dabei!

Am vergangenen Sonntag trafen sich über 200 Kanuten aus allen Paddeldisziplinen um beim 1. Lauf des Winter-Cups in Herdecke dabei zu sein. Von erfolgreichen Spitzenathleten aus der internationalen Paddelszene bis zu den jüngsten, teils erst 10 Jahre alten, Nachwuchsfahrern setzte sich das Teilnehmerfeld zusammen. Mit dabei auch Jens Steffen vom Herforder Kanu Klub, der mit seinem Auslegerkanu diesen Event nutzte um  doch noch eine Regatta an die lange Saison dran zu hängen.

Für die insgesamt 12 Kilometer lange Paddelstrecke war auf dem Ruhrsee, direkt vor dem Bootshaus  des KC Herdecke, ein 4 Kilometer langer Rundkurs gekennzeichnet worden.

Nachdem auch die letzte Nachmeldung an diesem sonnigen aber auch mit 1° Grad Lufttemperatur bitterkalten Morgen unter „Dach und Fach“ war, konnte die Regatta gestartet werden.

Doch bevor es soweit war, stand noch das erste „Schlange stehen“ für die frierenden Kanuten am Steg  an, den alle Boote mussten zusammen auf die Ruhr – MASSENSTART war angesagt!

Trotz 60 Meter Gewässerbreite konnten natürlich nicht alle Teilnehmer in einer Reihe starten.

Schon vor dem Start wurde um jeden Zentimeter Richtung Startlinie gerungen. Dicht an dicht lagen die Boote auf der gesamten Flussbreite und nach einem Fehlstart wurde das Gedränge für den zweiten Start noch größer.

Dann aber klappte es und die riesige Meute, angeführt von den schnellen Rennkajaks machte sich auf die Strecke. Durch die vielen Boote entwickelten sich, auf dem zuvor noch glatten Wasser, kurze, steile, in alle Richtungen verlaufende Wellen.  Gerade die Rennkanuten, in ihren flachen und wackeligen Kajaks die so gar nicht für diese Bedingungen ausgelegt sind, hatten damit am meisten zu kämpfen. Deshalb kam es immer wieder zu, zum Teil heftigen, Zusammenstößen, Paddelschlägen und sogar Kenterungen.

Aber schon nach wenigen hundert Metern zog sich das Teilnehmerfeld zu einer langen, mehrreihigen Perlenschnur auseinander und die hektische Startphase wich endlosen Positionskämpfen. Nur an den Wenden wurde es immer wieder eng und auch Jens Steffen musste so einige unschöne Bootsberührungen auf seinem Outrigger einstecken.

Ernsthafte Materialschäden blieben aber aus und die Streckensicherung durch die DLRG in ihren Motorbooten sorgte auch dafür das gekenterte oder erschöpfte Paddler sicher aus dem Feld genommen werden konnten.

„Letztendlich war es ein Erlebnis mal bei so einem Event dabei gewesen zu sein“, berichtet Jens Steffen nach seiner Rückkehr: „Aber da es für alle Kanuten, unabhängig davon aus welcher Bootsklasse sie kommen und in welcher Altersklasse sie normalere Weise  starten, nur eine gemeinsame Wertung gibt, ist es aus sportlicher Sicht nicht sooo interessant – Spaß gemacht hat es trotzdem!“