Paddeln in den grossen Wellen

Bereits zum vierten Mal begleitete Jens Steffen vom Herforder Kanu Klub seine Sportkameraden vom Kanu Verein Unterwasser aus Bremerhaven zu einem Trainingslager nach Helgoland.

Die Anreise auf die einzige Hochseeinsel Deutschlands erfolgte über Cuxhaven mit dem Bäderschiff. Auf der Insel selbst bezog die neun Kanuten zwei Ferienwohnungen direkt am Falm (die rote Steilklippe die das Unter- vom Oberland trennt) mit Blick auf dir Reede und der Düne mit ihren Stränden und dem kleinen Flughafen. Ebenfalls von dort aus hat man einen freien Blick auf den Nord-Osthafen, in dem die Auslegerkanus während des Aufenthalts „einquartiert“ waren.

Nach der etwa zweieinhalb stündigen Überfahrt auf dem sonnigen Achterdeck ging es sofort an den Zusammenbau der Kanus. Für den sechssitzigen, 12 Meter langen, OC6 (Outrigger Canoe) braucht man gut eine Stunde, da die Verbindungsarme mit dem Auslegerschwimmer und dem Bootsrumpf akribisch genau mit Seilen verbunden und verknotet werden, um eine sichere und trotzdem auch flexible Einheit zu bilden.

Nach getaner Arbeit stand dann am Nachmittag bereits die erste Trainingseinheit an. Die ruhige Wetterlage erlaubte dem Team eine Tour zur Untiefentonne „Düne-Süd“, die 4 Kilometer vor der Nebeninsel liegt. Die Passagiere der Bäderschiffe staunten nicht schlecht, als sie uns auf ihrer Rückreise zum Festland soweit auf der offenen See in unseren kleinen Booten entdeckten.

Das erhoffte Highlight des Aufenthalts konnte gleich am nächsten Vormittag realisiert werden. Unterstützt durch den ortsansässigen „Paddel-Peter“ umrundete das Team die Hauptinsel. Immer wieder beeindruckend ist der Anblick der schroffen Felswände der Westseite mit ihren hunderten Tölpel-, Alken- und Möwennestern und deren beeindruckenden Flugkünsten und Geschrei.

Nicht immer lässt die Wetterlage so eine Umrundung zu, da starker Westwind dort die Wellen auch schon mal 4 Meter und mehr aufräumen kann. An diesem Tag jedoch sorgten die 4-5 Windstärken aus Südwest für einen hervorragenden Downwind (Wind & Wellen “ aus dem Rücken“) sodass die Kanuten mit vielen surfs die Wellen für bis zu18 Km/h nutzen konnten.

Auch an den folgenden Tagen konnten, trotz wechselhaften Wetter, jeweils zwei Trainingseinheiten absolviert werden. Dabei kommt die besondere Lage der Inseln eine große Bedeutung zu, da immer auf irgendeiner Seite gute Paddelbedingungen zu finden sind. Zudem werden die Paddler auf ihren Touren entlang der Düne immer wieder „überwacht“, da die Seehunde und Robben mit ihren grossen, schwarzen Knopfaugen alles im Blick haben.

Der letzte Tag hatte es dann noch einmal richtig in sich. Der kräftige Wind hatte auf Nordwest gedreht und schaukelte die Dünung, von der offenen See her, auf bis zu drei Meter hohe Wellenberge auf. Endlich kam auch der OC6 „auf seine Kosten“, da jetzt der Abstand der Wellen zueinander so gross war, dass auch dieses lange Kanu richtig ins Rutschen kam.

Insgesamt legte jeder der Kanuten in den 5 Tagen etwa 80 Kilometer auf dem Wasser zurück. Auf der ebenfalls sonnigen Heimreise konnten das Team ihre „Trauminsel“ fast noch 40 Kilometer wehmütig am Horizont verfolgen – bis zum nächsten Jahr, wenn es wieder heisst „HELGOLAND 2018 – wir kommen!“

….. und auf der heimatlichen WERRE soll natürlich auch weiterhin auf dem Wasser trainiert werden können – DARUM ALTERNATIVLOS KEINE ABSENKUNG DES BERGERTOR WEHRS!!!!

UNTERSTÜTZT DEN WASSERSPORT – VARIANTE 3B = ökologische Durchgängigkeit & Wasserstanderhalt

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